Familien, Alleinerziehende, Singles, ältere Menschen

Kooperatives Wohnen plant ein Modellprojekt für Paare mit Kindern, Alleinerziehende, Singles und ältere Menschen. Wir wollen Wohnen in einem innerstädtischen Quartier realisieren, wo ein Mangel an adäquatem, kosten­günstigem Wohnraum für diese Bevölkerungsgruppen besteht. Das unmittelbare Wohnumfeld soll so beschaffen sein, dass Eltern keine Angst haben müssen, ihre Kinder draußen spielen zu lassen; den Kindern wird damit ermöglicht, in der Innenstadt ohne Stress, Verkehrlärm und Abgase aufzuwachsen.

Bei dem Projekt wollen wir berücksichtigen, dass Kinder allein zu erziehen, heute weit verbreitete ist. Die alleinige Verantwortung für das Kind zu tragen belastet jedoch die meisten Alleinerziehenden. Was tun, wenn das Kind krank wird und man selbst zur Arbeit muss? Was tun, wenn man die Hausaufgaben nicht betreuen kann oder keine Spannkraft für das Kind hat? Das größte Problem für Alleinerziehende ist, Kindererziehung und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Das geringe Angebot von Kinderkrippenplätzen macht die Situation besonders schwer. Der größte Wunsch vieler Alleinerziehender ist daher eine flexible und bedarfsgerechte Kinder-betreuung, die eine Vereinbarkeit von Kind und Beruf ermöglicht (1).

Neben der Zunahme an Alleinerziehenden gibt es immer mehr Singles. In Berlin lebt in der Zwischenzeit mehr als die Hälfte der Bevölkerung allein in ihrer Wohnung; davon sind ca. 50% 55 Jahre und älter. Das statistische Landesamt rechnet in den kommenden Jahren mit einem drastischen Anstieg der Alters­gruppe der 65 bis 85jährigen in Berlin und somit mit einem zunehmenden Anteil der Einpersonenhaushalte. Ältere Menschen werden damit zu einer immer grö­ßeren Nachfragergruppe am Wohnungsmarkt. Besonders für die älteren Unter­stützungsbedürftigen fehlen jedoch adäquate Wohnungsangebote (2).

Wohnen ist nicht nur einfach „Unterbringung“, sondern eine soziale und kulturelle Errungenschaft, die die charakteristischen Verhaltensweisen der Menschen prägt. Heute haben wir erkannt, dass durch Wohnformen, die auf Massenproduktion und wirtschaftliche Effizienz ausgerichtet waren, die Rücksichtnahme auf „natürliche“ Umgebungen und die soziale Zusammengehörigkeit ihrer Bewohner missachtet wurden. Heute sprechen wir beispielsweise von „Integrierten Wohnkonzepten“ und „Genera-tionenübergreifendem Wohnen“ und wenden uns damit wieder den Wohn- und Lebensformen zu, die in der Vergangenheit selbstverständlich waren.

Interessenten für das Projekt können sich über den Interessentenfragebogen bewerben:   Projektfragebogen



Quellen:
(1) „Geld verdienen, Kinder erziehen, Haushalt: Wie Alleinerziehende das alles schaffen“ aus der Zeitschrift ELTERN - zum Artikel
(2) „Selbstbestimmtes Wohnen im Alter“ – Stadtplanerische Rahmenbedingungen
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